Unterwegs: Europa vor Ort in Stuttgart
Wie EU-Förderung die Region Stuttgart voranbringt
Was hat die Europäische Union mit sauberem Wasser, sommerlicher Hitze und dem Grundwasser unter unseren Füßen zu tun? Eine ganze Menge! Bei der Bustour „Europa vor Ort“ am 12. Oktober 2026 konnten über 40 Teilnehmende entdecken, wie europäische Fördermittel in der Region Stuttgart eingesetzt werden und welche Lösungen daraus für die Herausforderungen des Klimawandels entstehen.
Europa ist oft näher, als man denkt. Das zeigte sich bei der Bustour, die der Verband Region Stuttgart, die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) und die Landeshauptstadt Stuttgart mit Unterstützung des EUROPE DIRECT Stuttgart organisierten. Im Mittelpunkt standen drei EU-geförderte Forschungsprojekte rund um Klima und Umwelt. Mit dabei waren unter anderem Gemeinde-, Kreis- und Regionalräte sowie europapolitisch interessierte Bürgerinnen und Bürger.
Zum Auftakt begrüßte Dr. Frédéric Stephan, Leiter der Abteilung Außenbeziehungen der Landeshauptstadt Stuttgart, die Teilnehmenden im neugestalteten Europaraum des Stuttgarter Rathauses. Dabei stellte er die Arbeit seiner Abteilung vor und gab Einblicke in die europäischen und internationalen Beziehungen der Stadt. Anschließend ging es mit dem Bus zur ersten Station: dem Hauptklärwerk Mühlhausen. Dort erhielten die Teilnehmenden Einblicke in das europäische Projekt DECIRE WATER. Angesichts zunehmender Wasserknappheit und der Folgen des Klimawandels entwickelt das Projekt innovative Lösungen für ein nachhaltiges Wasser- und Abwassermanagement. An mehreren Standorten in Europa und Südafrika wird untersucht, wie Wasser durch dezentrale, kreislauforientierte Systeme effizienter genutzt und wiederaufbereitet werden kann.
Auch während der Busfahrten zwischen den Stationen blieb Europa im Mittelpunkt: Die Teilnehmenden lernten das Stuttgarter Europahaus, seine Akteure und seine Arbeit kennen und konnten bei einem Quiz ihr Wissen über die Europäische Union auf die Probe stellen. So wurde die Fahrtzeit genutzt, um Europa nicht nur anhand konkreter Projekte, sondern auch auf unterhaltsame Weise näherzubringen.
Anschließend führte die Tour auf den Campus der Universität Stuttgart. Am Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung (IREUS) stand die Frage im Mittelpunkt, wie sich Städte an steigende Temperaturen und extreme Wetterereignisse anpassen können. Die Forschenden untersuchen unter anderem, wie der Klimawandel das Leben, Wohnen und die Mobilität unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen beeinflusst. Die Erkenntnisse sollen helfen, Städte widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu gestalten.
Die dritte Station widmete sich dem Wasser unter der Stadt. In der Versuchseinrichtung zur Grundwasser- und Altlastensanierung (VEGAS) der Universität Stuttgart wurde das europäische Projekt RAINBOW vorgestellt. Es untersucht, wie sich der natürliche Wasserkreislauf in Städten stabilisieren lässt. Eine wichtige Rolle spielen dabei sogenannte Schwammstadtkonzepte: Regenwasser soll möglichst vor Ort gespeichert und versickert werden, statt ungenutzt abzufließen. Auch das geplante Stuttgarter Rosensteinquartier dient dabei als Untersuchungsgebiet.
Europa wirkt vor Ort
Die drei Stationen machten deutlich, welchen Mehrwert europäische Zusammenarbeit für die Region Stuttgart bietet. EU-Förderprogramme ermöglichen nicht nur innovative Forschungsprojekte, sondern bringen auch Kommunen, Wissenschaft und weitere Partner aus verschiedenen europäischen Ländern zusammen. Gemeinsam entwickeln sie Lösungsansätze für Herausforderungen, die längst nicht mehr an nationalen Grenzen haltmachen.
Die Region Stuttgart und die Landeshauptstadt Stuttgart unterstützen diese Zusammenarbeit seit vielen Jahren. In den vergangenen 25 Jahren konnten so mehr als 100 europäische Projekte umgesetzt werden – von nachhaltiger Mobilität über Regionalplanung bis hin zu Klima- und Energiethemen.
Bei einem abschließenden Austausch mit Rainer Wieland, dem Vorsitzenden des Verbands Region Stuttgart, und einem gemeinsamen Imbiss klang die Tour aus.
Die Bustour „Europa vor Ort“ zeigte einmal mehr: Europa findet nicht nur in Brüssel oder Straßburg statt. Europa steckt auch in unseren Klärwerken, Forschungslaboren und Stadtquartieren – und gestaltet damit ganz konkret unsere Zukunft.
Bilder: EUROPE DIRECT Stuttgart

